Den linken Sander zum Oberbürgermeister wählen?

Der linke Bernhard Sander will Oberbürgermeister werden. Er verspricht eine „neue Richtung“ für Wuppertal, „mehr soziale Daseinsvorsorge“ und eine „lebenswerte Umwelt“. Das sagen auch andere. Aufstehen Wuppertal hat nachgefragt.

Aufstehen: Warum sollten die Wuppertaler gerade dich zum Oberbürgermeister wählen?

Sander: Wuppertal braucht eine neue Richtung, muss sozial werden. Daseinsvorsorge muss weiter gefasst werden. Dazu gehört auch eine gesunde und lebenswerte Umwelt.

Foto: B. Sander

Aufstehen: Das sagen auch andere. Was hast du dafür bisher getan?

Sander: Seit 10 Jahren arbeite ich für die Wuppertaler/innen im Stadtrat, im Kulturausschuss und im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Bauen. Die Menschen wünschen sich mehr Lebensqualität, mehr Bäume an der Straße, weniger Lärm. In unserer Stadt verdichten sich eine Reihe von Verkehrsproblemen: keine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Es gibt keine durchgehende Fahrrad-Verbindung auf der Talachse. Die Linke fordert den Ausbau eines Radwegenetzes. Wir haben z.B. auch einen neuen Busbahnhof. Aber der Bus wird durch drei Ampeln aufgehalten. Die LINKE will den Vorrang des ÖPNV zum Grundsatz machen.

Aufstehen: Der Ausbau des ÖPNV ist sicher wichtig. Aber es fehlen auch tausende Wohnungen in Wuppertal

Sander: Die LINKE fordert einen starken sozialen Wohnungsbau. Vor allem altengerecht und barrierefrei. Kleine Wohnungen für Studierende und ältere Alleinstehende – aber auch für kinderreiche Familien. Auf den Freiflächen in der Hofaue könnte gebaut werden. Eine Stadt der kurzen Wege, in der man sich gerne aufhält und gerne einkauft. Ich bin im Beirat des Deutschen Mieterbundes und weiß, dass die Mietbelastung oft mehr als 30 Prozent des Monatseinkommens auffrisst.
Die Bebauung der Kleinen Höhe haben wir verhindert. Aber  auf der Tesche soll Bauernland zu Parkplätzen werden für die BUGA und danach ein Wohngebiet etwa für den sog. „gehobenen“ Bedarf – wie so oft an den grünen Rändern der Stadt!

Aufstehen: Und was schlägst du vor?

Sander: Die LINKE ist gegen diese BUGA, weil der Osten der Stadt davon nichts hat und weil wir diese Grünflächen zur Frischluftzufuhr brauchen. Flächen dürfen nicht einfach verscherbelt werden. Die LINKE will Industriebrachen herrichten. Städtischer Boden darf nur noch weggegeben werden, wenn hier gute Arbeitsplätze entstehen mit Quoten für Ausbildung, Vollzeit und Begrenzung der Leiharbeit.

Aufstehen: Was wird nun eigentlich aus Oper und Schauspiel?

Sander: Der starke Protest hat das Opern-Ensemble gerettet. Die Linke hat die Gutsherrenart kritisiert, mit der missliebige Leitungspersonen in der Schauspielsparte und im Tanztheater entfernt wurden.

Aufstehen: Aber der Döppersberg-Ausbau war doch ein Versuch wert, die Stadt attraktiver zu machen.

Sander: Die LINKE hat diesen Leuchtturm immer kritisiert. Er ist teurer geworden als geplant, die Läden stehen seit Jahren leer und nun bröckelt bereits die Mauer. Viele hatten hier etwas Schöneres erwartet. Das angebliche Filetstück am Döppersberg, die Bahndirektion wurde angeboten wie Sauerbier, von Investoren verschmäht. Als Oberbürgermeister möchte ich hier ein „Haus der Gründer“ einrichten, für Startups und Kreative. Das belebt auch die Innenstadt und die Hotels. Wuppertal braucht gute Arbeit, Flächen mit hoher Wertschöpfung. Mehr Infos zu meinen Ansichten und Ideen habe ich ins Internet gestellt unter www.Bernhard-Sander.de

Aufstehen: Vielen Dank für das Gespräch und guten Erfolg!

Die Fragen stellte Hans-Peter Schulz für Aufstehen Wuppertal

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